Kamerun

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Nordkamerun

Schon im 5. Jahrhundert n. Chr. gibt es Zeugnisse des sagenumwobenen Volkes der Sao. Dieses Volk lebte bereits in bewährten Städten aus Lehm und hatte eine hohe materielle Kultur. Im Raum westlich des Tschadsee entwickelte sich ab dem 8. Jahrhundert ein Staatswesen, das im 16. Jahrhundert unter dem Namen Kanem-Bornuo seinen Höhepunkt erlebte. Diesem Reich verdankt die Region eine strenge materielle und politische Organisation, die Einführung des Islam und den Gebrauch von Ziegelsteinen. Den Expansionsgelüsten dieser Völker ist die relativ dichte Besiedelung der Mandaraberge zu verdanken. Um der Islamisierung und dem Sklavenhunger der Kanem-Bornou zu entgehen zogen sich verschiedene Ethnien, die ethnologisch fast nichts miteinander zu tun hatten, in den Schutz der Mandaraberge zurück. Man fasst diese Ethnien unter dem Sammelbegriff Kirdi (Heiden) zusammen. Der nachhaltig prägende Einfluss der Fulbe in dieser Region setzte erst mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Der letzte Staatengründer alten Stils, Rabah, wurde von den vom Norden eindringenden Franzosen am 04.04.1900 in der Schlacht bei Kousséri geschlagen. Das koloniale Zeitalter hatte damit auch hier begonnen. Im Kontrast zur üppigen Vegetation des Südens ist der Norden das Land der Savanne. Touristisch gesehen ist der Norden eine der interessantesten Regionen des Landes. An der nigerianischen Grenze erstreckt sich das Mandaragebirge, das letzte Glied der Kamerunkette, mit bizarren Felsformationen, terrassenförmig bebauten Hängen und Mondlandschaften aus erodierten Vulkanschloten. In der Gegend von Rhumsiki leben die Ethnien der sogenannten Kirdi, Anhänger des Ahnenkults. Sie leben in kleinen, von Lehmmauern umgebenen Rundhüttendörfern noch ganz ihrer alten Tradition verhaftet. Die Ernte, die sie dem kargen Boden abgewinnen, wird in großen, strohgedeckten Hirsespeichern aufbewahrt. Auch das tierreichste Wildreservat, der Wazapark, liegt im Norden des Landes. Fast alle Steppen- und Savannentiere Afrikas sind hier beheimatet.

Der Süden und das Zentrum

Die Völker, die den Süden und das Zentrum des Landes bewohnen, stammen aus den östlichen Waldregionen des Kongobeckens und gehören zu den Bantustämmen. Im tropischen Regenwald konnten sich keine Staatsgebilde wie im Norden entwickeln. Verbindungen mit Nachbarvölkern waren selten und arteten immer gleich in Krieg oder Menschenraub aus. Im Gegensatz zu den Völkern des Nordens kamen die Bewohner der Küste erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts durch Seefahrer aus Portugal und Spanien mit dem Rest der Welt in Kontakt.

Westkamerun

Westkamerun ist hauptsächlich Hochland mit Lagen von 900m bis 2500m über normal null. Seit dem 16. Jahrhundert siedelten in dieser Region Völker an die unter dem Begriff Semi-Bamiliké zusammengefasst werden. Die Bamiliké waren in einer Vielzahl rivalisierender Häuptlingstümer sogenannter Chefferien organisiert, die sich gegenseitig bekämpften und erst im 19. Jahrhundert Beziehungen mit den Stämmen der Küste aufnahmen. Die Landschaft im Westen Kameruns von der Atlantikküste mit ihren tropischen Regenwäldern bis zum Grasland der Hochplateaus, ist von der Natur bevorzugt worden. Hier erstreckt sich eine üppig grüne Hügellandschaft mit fruchtbaren, vulkanischen Böden, durchzogen von zahlreichen Flussläufen, Wasserfällen, Tälern und Kraterseen. Dazwischen befindet sich herrliche Berglandschaft mit Vulkanen. Touristisch bedeutsam ist der Westen aber besonders wegen seines Reichtums an Tradition und Kultur der hier ansässigen Stämme. Die vielen alten Chefferien mit ihren Palästen, deren Traditionen bis heute lebendig blieben, zeugen von der interessanten und reichen Geschichte des Landes. Das einmalige Kunsthandwerk Westkameruns ist weit über die Grenzen Afrikas bekannt. Baffoussam, Foumban und Bamenda sind bekannt für ihre Masken, geschmückten Kostüme, geschnitzten Hocker und perlenverzierten Throne, Pfeifen und Figuren aus gebranntem Ton wie auch Statuen aus Bronze, Holz und Terrakotta.

Der europäische Einfluss

Im Jahre 1472 erreichten portugiesische Seefahrer unter Fernando Poo die Insel vor der Küste Kameruns, die bis 1969 seinen Namen trug. Sein Schiff ankerte in der Mündung des Wouri Flusses. Die Seefahrer waren verblüfft über die Vielzahl der Krabben und gaben ihm den Namen "Rio dos Cameroes" und damit auch dem Land seinen Namen. Die Portugiesen trieben Handel mit den Häuptlingen der Douala. Salz, Kupfer und Spirituosen wurden gegen Pfeffer, Palmöl, Elfenbein und Sklaven getauscht. Das Geschäft blühte bis England Mitte des 19. Jahrhunderts den Sklavenhandel nicht mehr dulden wollte. Durch den Sklavenhandel erwuchs dem Empire in den Südstaaten Amerikas eine mächtige Konkurrenz ihrer eigenen Baumwollindustrie, die mit Sklaven aus Afrika als billige Arbeitskräfte versorgt wurde. Die humanitären Beweggründe zum Verbot des Sklavenhandels waren nur vorgeschoben. Am 14.07.1884 wurde von Gustav Nachtigall auf Geheiß Bismarcks die deutsche Flagge hochgezogen. 32 Jahre dauerte das deutsche Protektorat. Noch heute findet man z.B. in Buea Spuren der deutschen Kolonialgeschichte. Im Versailler Vertrag von 1919 wurde Kamerun zwischen England und Frankreich aufgeteilt. Am 1.1.1960 wurde Kamerun in die Unabhängigkeit entlassen. Erster Präsident wurde Ahmadou Ahidjo.

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