01. Tag, Sa: Deutschland - Conakry
Am Abend Ankunft in Conakry, der Hauptstadt Guineas. Transfer zum Hotel.
02. Tag, So: Conakry – Dalaba (290 Km)
Morgens schauen wir uns bei einer Stadtrundfahrt die Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Conakry an, die sich an der Spitze der Halbinsel Kaloum befindet: sehenswert ist die größte Moschee Westafrikas, der ehemalige Präsidentenpalast, der alte Fischerhafen Boulbinet, das stillgelegte Bahnhofsgelände und zahlreiche verkommene Kolonialgebäude. Relativ schnell hinter der Stadtgrenze wird die Besiedlungsdichte geringer, die Landschaft abwechslungsreich und das steil abfallende Tafelgebirge liegt direkt vor uns. Wir kommen an riesigen verwilderten Bananenplantagen vorbei - Mitte des letzten Jahrhunderts gehörte Guinea zu den größten Bananenexporteuren der Welt. Nach dem Ort Coyah am Rande des Küstengebirges steigt die Straße an, bis die erste Hochebene erreicht ist. Bei Tabili erreichen wir die zweite Höhenstufe und es bietet sich eine wunderbare Aussicht auf das Tal des Bodi Flusses.
Weiterfahrt durch pittoreske Tafelgebirgslandschaft. Wir unternehmen einen Abstecher zum „Brautschleier-Wasserfall“ (Voilée de la Marie), der vor allem während der Regenzeit breit über eine 60 m hohe, überhängende Felswand fällt. Kurvenreich führt die Straße dann durch schöne Hügellandschaft und nach Überquerung des Flusses Konkouré verlassen wir Niederguinea und erreichen das Fouta Djalon. Das Gebiet dieses reizvollen Hochlandes wird geprägt durch canyonartige Schluchten mit herabstürzenden Wasserfällen, Tafelberge und Hügelketten. Besiedelt ist das Fouta Djalon vor allem von Peulh Nomaden und den Dialonke. Die ehemaligen Kolonialherren gaben dieser Gegend wegen des milden Klimas und der landschaftlichen Schönheit Namen wie „die Schweiz Afrikas“ oder schlicht „le Paradis“. Die Stadt Dalaba war bereits zur Kolonialzeit ein beliebter Erholungsort. Abendessen und Übernachtung im Hotel.
03. Tag, Mo: Fouta Djalon
Heute haben wir Zeit, die reizvolle Gegend bei Ausflügen kennenzulernen. Über Piste fahren wir auf landschaftlich schöner Strecke durch ein wildes Tal nach Ditinn. Vom letzten Dorf im Talabschluss wandern wir bis an den Fuß des Ditinn-Wasserfalls, der eindrucksvoll 120 m aufragt. Ein echtes Naturerlebnis - sogar in der Trockenzeit. Danach besuchen wir ein nahegelegenes Peulh Dorf, bei dem es eine traditionelle Lianenbrücke gibt, die auch heute noch benutzt wird. Je nach Straßenverhältnissen bietet sich eine Wanderung bei den Wasserfällen Chutes de la Sala oder bei den Kambadaga-Fällen an, die sich in herrlicher Gebirgslandschaft befinden. Nahe unseres Hotels besuchen wir zum einen das ehemalige Wohnhaus von Myriam Makeba, der berühmten Sängerin aus Südafrika. Mit Unterbrechungen hat sie dort fast 10 Jahre verbracht, nachdem sie nicht mehr in ihrer Heimat leben durfte. Zum anderen besuchen wir den 1935 in schönster Lage erbauten Landsitz des ehemaligen französischen Gouverneurs. Dieses Haus hat Sékou Touré nach der Unabhängigkeit als Erholungs- und Tagungsort genutzt. Mittlerweile ist morbider Charme in das zum Teil noch eingerichtete Gebäude eingezogen. Neben der Gouverneursvilla steht das ‚Case à palabre’, das Palaverhaus aus Lehm, dessen Boden und Wände phantastisch verziert sind. Während der Kolonialzeit wurden die regionalen Oberhäupter in dieses Haus beordert, wo sie vom Gouverneur dazu angehalten wurden, die französischen Anordnungen zu diskutieren. Das Haus steht mittlerweile unter UNESCO Schutz. Angeblich soll es restauriert werden und auch wieder ein Strohdach bekommen, das leider durch Blech ersetzt wurde. An einem Abend hoffen wir, einen traditionellen Tanz der Peulh erleben zu dürfen. Abendessen und Übernachtung im Hotel.
04. Tag, Di: Dalaba – Dabola – Kankan (450 Km)
Nach dem Frühstück besuchen wir den Handwerkermarkt (Lederarbeiten), anschließend verlassen wir die Stadt. In Timbo machen wir Halt, um uns die älteste Moschee Guineas anzusehen, die 1735 erbaut wurde. Timbo ist auch heute noch ein wichtiges religiöses Zentrum der Peulh. Wir verlassen die schöne Hügellandschaft mit imposanten Felsformationen, durchqueren pittoreske Dörfer und kommen schließlich nach Dabola. Heute kann man kaum glauben, dass dieser Ort zur Kolonialzeit ein wichtiger Bahnhof war. Bei einem Rundgang besichtigen wir diesen Bahnhof sowie die vielen Rundhäuser unter den mächtigen Baobab Bäumen in Alt-Dabola.
Während das Fouta Djalon hauptsächlich von den Peulh besiedelt ist, kommen wir nun in eine von den Malinké bewohnte Region. Graslandschaften beherrschen das Landschaftsbild, riesige Ebenen mit pilzförmigen Termitenbauten, Felder auf denen vereinzelt Baobab Bäume wachsen. Mit der Überquerung des Flusses Tinkisso befinden wir uns in Oberguinea. In Kouroussa beeindruckt die imposante, 1912 erbaute Eisenbahnbrücke. Mit der Fähre setzen wir über den Niger und erreichen am Nachmittag Kankan, das Zentrum Oberguineas und der Malinké in Guinea. Im 19. Jh. war Kankan die wichtigste Handelsstadt zwischen Bamako und dem Meer sowie ein religiöses Zentrum. Die stattlichen Alleen und die Bauten aus der Kolonialzeit lassen auch heute noch die vergangene Pracht erahnen. Abendessen und Übernachtung im Hotel.
05. Tag, Mi: Kankan – Kissidougou (150Km)
Heute fahren wir weiter in Richtung Kissidougou und besuchen einige interessante Dörfer unterwegs. Am Nachmittag besichtigen wir in Kissidougou das kleine Museum mit einigen schönen Masken und Gebrauchsgegenständen. Abendessen und Übernachtung.
06. Tag, Do: Kissidougou – Nzérékoré (370 Km)
Auf der heutigen Fahrt wird die Landschaft grüner und hügeliger. Mit Ankunft in Guékédou erreichen wir Waldguinea, wobei vom ursprünglichen Regenwald nur noch Waldinseln übriggeblieben sind. Bei allen Stämmen Waldguineas spielt die Ahnenverehrung eine zentrale Rolle. Die Toten sind überall präsent und bestimmen den Alltag der Menschen. Der Hexenglaube ist weit verbreitet und der Hexenmeister nimmt innerhalb der Dorfgemeinschaft eine zentrale Funktion ein. Die bei Nzérékoré lebenden Guerzé haben wegen der abgeschiedenen Lage ihre Kulte und Bräuche bis heute unverändert erhalten. Anthropologisch und landschaftlich gehört Waldguinea sicherlich zu den Höhepunkten einer jeden Westafrika-Reise. Die einzelnen Dörfer haben kaum Verbindung untereinander und gelten als autonome Bezirke. Kurz nach Guéckédou ragt links ein imposanter, zuckerhutförmiger Berg in den Himmel, der Kultstätte ist und als heilig gilt. Wir besuchen mehrere Dörfer unterwegs. Auf unserem Weg liegt auch das in Hügel eingebettete Städtchen Macenta, früher wichtigster Ort in Waldguinea. Nach der Ankunft in Nzérékoré (ca. 310 km) besuchen wir das kleine ethnologische Museum. Hoffentlich ist der Museumsdirektor vor Ort, der mit berechtigtem Stolz die beeindruckende Sammlung von Masken, Kult- und Gebrauchsgegenständen erklärt. Der Museumsbesuch stellt eine gute Einführung in die Sitten und Gebräuche Waldguineas dar, einer Region, in der bis heute noch Fetischpriester Diebe entlarven, ein ausgeprägter Maskenkult herrscht und sogar noch Menschen im heiligen Wald geopfert worden sind. Abendessen und Übernachtung.
07. Tag, Fr: Bossou
Heute fahren wir in das südlich von Lola gelegene Dorf Bossou (ca. 60 km). In der Nähe befindet sich eine geschützte Schimpansenkolonie mit ca. 20 Tieren. Ein besonderes Erlebnis ist die Schimpansenpirsch mit einem örtlichen Führer. Wir wandern auf kleinen Urwaldpfaden und suchen die verschiedenen Schimpansenfamilien auf, erfahren viel über ihre Lebensweise und haben genügend Zeit, die Schimpansen in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten und zu fotografieren. Die Kolonie wird von einem japanischen Forscherteam betreut, das in den letzten Jahren spektakuläre Erfolge in der Schimpansenforschung erzielen konnte. Rückfahrt nach Nzérékoré. Abendessen und Übernachtung.
08. Tag, Sa: Nzérékoré - Gbarnga
Am frühen Morgen brechen wir auf und fahren nach Ganta zur Grenze Guinea - Liberia. Das heutige Liberia entstand Mitte des 19. Jh. durch den Zusammenschluss mehrerer Ansiedlungen, die seit 1822 von befreiten Sklaven aus den USA, insbesondere durch die „American Colonization Society“, gegründet worden waren. Diese Siedlungen standen zunächst unter amerikanischer Gouverneursverwaltung. 1847 erklärte der erste liberianische Kongress seine Unabhängigkeit. Im Dezember 1989 kam es zum Bürgerkrieg. Nach Eingreifen einer afrikanischen Friedenstruppe konnte im Jahr 2003 Präsident Charles Taylor zum Rücktritt gezwungen werden. Im Januar 2006 wurde die als Siegerin aus den Präsidentschaftswahlen hervorgegangene neue Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf vereidigt. Nach Erledigung der Grenzformalitäten Weiterfahrt nach Gbarnga zur dortigen sehr einladenden katholischen Missionsstation (ca. 170 Tageskilometer). Abendessen und Übernachtung.
09. Tag, So: Gbarnga – Monrovia (170 Km)
Nach dem Frühstück beginnen wir unsere Fahrt in die Hauptstadt. Unterwegs machen wir einen Abstecher zur Firestone Gummiplantage mit dem ehemals größten Reifenwerk in Afrika. Die Stadt Monrovia, benannt nach dem amerikanischen Präsidenten James Monroe, wurde 1821 von der Amerikanischen Kolonialgesellschaft gegründet. Ende des 19. Jh. besaß Monrovia einen nicht allzu großen Hafen und bestand nur zu einem kleinen Teil aus Steingebäuden, im übrigen aus Hütten. Nach dem 14-jährigen Bürgerkrieg ist die Infrastruktur Liberias fast völlig zerstört, die Spuren auch in der Hauptstadt unübersehbar. Am Nachmittag besuchen wir die National Hall und die Freimaurerloge sowie das Nationalmuseum. Abendessen und Übernachtung.
10. Tag, Mo: Monrovia –Kenema (270 Km)
Heute verlassen wir Monrovia und fahren zur Grenze Liberia - Sierra Leone. Sierra Leone war bis zum 15. Jh. Bestandteil des Reiches Mali und wurde im Jahr 1462 vom Portugiesen Pedro da Cinta entdeckt. Gegen 1780 erwarben die Briten von den Stammesführern ein Gebiet in der Größe von etwa 250 km², das für die Ansiedlung afrikanischer Sklaven aus Großbritannien und den USA bestimmt war. 1808 wurde es zu einem Gebiet der britischen Krone und erhielt 1961 die Unabhängigkeit. 1994 begann ein Bürgerkrieg, der mit äußerster Brutalität geführt und durch den illegalen Handel mit Diamanten finanziert wurde. Durch britische Militärintervention konnte der Krieg beendet und der politische und wirtschaftliche Wiederaufbau eingeleitet werden. In Sierra Leone leben 16 ethnische Gruppen, die größte sind die Mende, gefolgt von den Temne und den Limba. Nach Erledigung der Grenzformalitäten geht es weiter nach Kenema. Abendessen und Übernachtung.
11. Tag, Di: Kenema - Diamantenmine
Kenema ist eines der Zentren für den Diamantenabbau. Zumeist werden die Diamanten von Einheimischen in traditioneller Weise zutage gefördert. Wir besichtigen eine solche Mine, die auch von Königin Elisabeth schon aufgesucht wurde. Anschließend besuchen wir einen Diamantenhändler. Hier bekommen wir Steine in unterschiedlicher Qualität zu sehen. Dieser Markt wird seit Jahrhunderten von Libanesen beherrscht. Abendessen und Übernachtung nochmals im gleichen Hotel.
12. Tag‚ Mi: Kenema - Bo – Freetown (290 Km)
Am Vormittag fahren wir zunächst in die alte Hauptstadt Bo. Anschließend geht es weiter in die auf einer Halbinsel am Atlantik gelegene Hauptstadt Freetown. Die Stadt verfügt über den drittgrößten Naturhafen der Welt. Abendessen und Übernachtung.
13. Tag, Do: Freetown
Der Vormittag steht am Strand zur freien Verfügung. Am Nachmittag Transfer zum Flughafen und Rückflug.
14. Tag, Fr: Ankunft in Deutschland